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Beschreibung
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Ein Roboter, der 1. - jeden frei zugänglichen Ort in einem Gebäude erreichen kann; 2. - nicht länger als ca. 50 cm ist; 3. - möglichst wenig Aktoren und Sensoren benötigt; 4. - mit einfachen Steuerungsmechanismen bewegt werden kann.
Ein Roboter, der sich frei in einem Gebäude bewegt, muss an eine für Menschen gemachte Umgebung angepasst sein. Auf seinem Weg können ihm u.a. niedrige Hindernisse ( bis ca. 4cm Höhe, z.B. Türschwellen, Absätze u.ä.) begegnen und - wenn er ein ganzes Haus befährt - auch Treppen. Die Treppen können mit oder ohne Unterschneidung ausgeführt sein, eventuell als offene Treppe ohne Setzstufe gebaut sein und Neigungen zwischen 25 und 42 Grad haben. Zwar kommen im Wohnbereich noch steilere Treppen vor, aber sie gelten auch für Menschen nicht mehr als sicher. In öffentlichen Gebäuden findet man dagegen häufig Treppen mit einer Steigung s von 17cm und einem Auftritt a von 29cm (Neigung ca. 30 Grad). Zur Begriffsklärung zwei Bilder ( nach DIN 18065):
a = Auftritt s = Steigung u = Unterschneidung a = für Menschen gerade noch sicher begehbar b = maximale Steigung für stairBOT c = "ideale" Teppe in öffentlichen Gebäuden Der nach dem hier vorgestellten Konzept gebaute Roboter stairBOT kann mit seinen derzeitigen Abmessungen Treppen mit einem Auftritt a von mindestens 25cm Länge und einer Steigung s von maximal 20 cm befahren. Unterschneidungen und offene Treppen ohne Setzstufe sind dank der verwendeten großen Raddurchmesser kein Problem.
Durchsucht man das Internet, findet man eine ganze Anzahl von Robotern, die Treppen ersteigen. Das Spektrum reicht von den bekannten zweibeinigen Robotern ( z.B. Asimo, HRP2 ) über sechsbeinige ( z.B. RHex ) bis zu Robotern mit Ketten- antrieb, wie sie im militärischen und polizeilichen Bereich (z.B. Urbie, packBot) eingesetzt werden. Bei radgetriebenen Robotern schränkt sich die Auswahl schon ein. Der Bekannteste ist sicherlich shrimp von der EPFL Lausanne. Aber auch Helios V fährt auf Rädern Treppen hinauf und hinab. Außerdem findet man noch hybride Formen, die eine Mischung aus Rad und 1-DOF-Bein als Antrieb nutzen. Neben whegs, whegsII und mini-whegs IV müsste hier auch eigentlich auch RHex einsortiert werden. In mini-whegs IV kommt noch ein weiteres Konzept zum Einsatz: Er springt von Stufe zu Stufe. So beeindruckend diese Roboter sind, so haben sie bezogen auf die oben formulierten Ziele auch einige Nachteile. Entweder sind sie sehr komplex und damit sehr teuer, haben einen für Innenräume wenig geigneten Kettenantrieb oder sie haben Probleme mit unterschnittenen Stufen oder offenen Treppen (shrimp). Selbst der "König" der Treppensteiger RHex ( über 200 Stufen der Montmartre-Treppen in Paris treppauf oder Feuertreppen mit Steigungen bis 42°) kann seine überragenden Leistungen nur erbringen, wenn er die erste Stufe richtig trifft. Zumindest beim Abstieg muss er z.Zt. noch in die richtige Anfangsposition gesetzt werden. Und starke Unterschneidungen und offene Treppen mag er beim Abstieg auch nicht. Überhaupt sieht man wenige Roboter in Richtung treppab. Auch im Amateurbereich gibt es erfolgreiche Treppensteiger. Als Beispiel sei hier der Lego-Roboter P'titgneugneu genannt. Er steigt Treppen in beide Richtungen sehr zügig, ist aber für die Ebene kaum geeignet, da er speziell für das Befahren von Treppen entwickelt wurde.
Der Differentialantriebs-Roboter stützt sich beim Fahren auf seine Allseitenräder. In der Ebene ersetzen sie das sonst übliche Stützrad und beim Steigen bilden sie das Auflager, auf dem sich der Schubmechanismus beim Hochschieben des Rades abstützt. Die waagerechte Reaktionskraft muss dabei von ihnen gehalten werden. Dazu werden die Räder mit einer Bremse ausgestattet, die ein Drehen verhindert. Die gebremsten Räder benötigen nun eine ausreichende Bodenhaftung, damit sie nicht verschoben werden.
Die Abstimmung der Geschwindigkeiten von Rad und Linearführung hat sich als besonders kritisch erwiesen. Drehen sich die Räder zu schnell, rutschen sie durch, die gebremsten Stützräder können die waagerechte Kraftkomponente der sich weiterbewegenden Linearführung nicht mehr halten und der Roboter fällt auf den Boden zurück. Eine zu langsame Radbewegung führt zum gleichen Resultat. Für den gebauten Roboter wurde durch Versuch eine geeignete Drehzahl-Kombination gesucht (und gefunden).
Beim sicheren Befahren von Treppen ist die Ausrichtung des Fahrzeugs/Roboters zur Treppenkante ein weiteres wichtiges Problem. Ideal ist eine Fahrtrichtung senkrecht zur Treppe. Um diese Ausrichtung zu erkennen, sollte der Roboter mit geeigneten Sensoren in symmetrischer Anordnung ausgestattet sein. Ist die Auftritt-Länge hinreichend, können so auch gebogene Treppen befahren werden.
Zum Treppensteigen muss der Roboter - klein genug sein, um auf eine Treppenstufe zu passen, also etwa die Fußlänge eines Erwachsenen haben, - lang genug sein, um den Abstand zwischen zwei Trittflächen überspannen zu können. Um diese sich widersprechenden Anforderungen erfüllen zu können, wurde stairBOT als Differentialantriebs-Roboter mit variabler Länge ausgeführt. Er ist dazu aus zwei gegeneinander verstellbaren Hauptelementen aufgebaut: - der Rad-Einheit mit den Antriebsrädern und der Stütze, - der Linearführungs-Einheit mit dem Verstellmechanismus, den Stützrädern und dem neigbaren Sensorkopf.
Die
Gesamtmasse ist je zur Hälfte auf beide Einheiten verteilt. Die
ungefähre Lage der Einzelschwerpunkte kann aus der Zeichnung entnommen
werden. Die gebaute Version von stairBOT hat mit Batterien eine
Gesamtmasse von ca. 6 kg. An der Gesamtmasse haben die Batterien einen Anteil von 20%. Die Verteilung der Batterien stellt die einfachste Möglichkeit
des Ausbalancierens des Roboters dar.
Die folgenden Abbildungen zeigen den mechanischen Aufbau des gebauten Roboters: (hier noch mit breitem Sensorkopf mit 2 SRF08)
Mit einem Durchmesser von 255mm sind die Antriebsräder deutlich größer als es bei Robotern vergleichbarer Abmessung üblich ist. Als Antrieb dienen zwei 6 Watt DC Motoren mit 84:1 Planetengetriebe und Encodern. Durch ein weiteres Zahnrad-Paar wird eine Gesamtuntersetzung von 224:1 erreicht. Die Ansteuerung erfolgt durch PID-Controller über 3A H-Brücken. So ausgestattet kann stairBOT geradeaus fahren, auf der Stelle drehen oder einem Bogen folgen. Zusätzlich ist die Radeinheit mit einer beweglichen Stütze ausgestattet, auf der sich der Roboter beim Hoch- und Runterfahren der Linearführung abstützt. Die Stütze wird über ein Modellbau-Servo entsprechend der aktuellen Spindelposition verstellt.
Der Vorschub der Radeinheit wird durch eine Linearführung mit Spindelantrieb (Steigung 5mm) bewirkt. Die Linearführung hat einen Hub von ca. 290 mm. Der Antriebsmotor für die Spindel ist ein DC-Motor (11Watt, 4,8:1 Planetengetriebe, Encoder). Die Ansteuerung erfolgt durch PID-Controller über 3A H-Brücken. Zur Terminierung und Kalibrierung des Spindelantriebs werden zusätzlich zwei Endschalter verwendet. Durch die Spindelverstellung läßt sich die Länge des Roboters zwischen ca. 60cm und 30cm stufenlos einstellen. Die Linearführung dient gleichzeitig zur Abstützung beim Heraufziehen der Stützräder. Als Stützräder dienen zwei 60 mm Allseitenräder. Durch Rückmeldung der je aktuellen Spindelposition durch die Auswertung des Encoders, können der neigbare Sensorkopf und die Stütze an die jeweilige Neigung des Roboters angepasst werden.
Um die Treppenstufen, die Stellung zur Treppenkante und die Position auf der Treppe zu erkennen ist der Roboter mit folgenden Sensoren ausgestattet:
Zum
eigentlichen Befahren der Treppe werden nur die Sensoren 2, 3 und 4 benötigt.
Um die senkrechte Ausrichtung des Roboters zur Treppenkante zu gewährleisten,
sind die Sensoren jeweils an der rechten und linken Seite angebracht.
Erreicht z.B. das linke Rad die Kante, wird der zugeordnete linke
Fahrmotor ausgeschaltet, während der rechte Motor weiterläuft bis auch
das rechte Rad die Treppenkante erreicht hat. Der Roboter ist so in der
Lage auch Wendeltreppen zu befahren, wenn die Auftrittlänge ausreicht. Die
Sensoren 1 sind auf dem neigbaren Sensorkopf montiert. Der Sensorkopf hält
über eine Rückmeldung der aktuellen Spindelposition eine vorgegebene
„Blickrichtung“ bei. Zusätzlich zu den zwei GP2D12 sind hier noch
eine CMUcam2 und ein SRF08 Ultraschallsensor angebracht, die aber für das
Befahren der Treppe nicht benötigt werden.
für eine größere Abbildung in das Bild klicken
Prozessoren
2 BrainStem GP 1.0 (acroname, USA)
2 Brainstem Moto 1.0 (acroname, USA) 1 iPaq Sensoren 1 CMUcam2
1
SRF08 US-Entfernungsmesser
2 GP2D12
IR-Entfernungsmesser (vorn)
2 GP2D120 IR-Entfernungsmesser
(hinten)
2 Mikroschalter (Rad-Bumper)
2 Mikroschalter (Führungs-Bumper)
2 Mikroschalter (Endshalter des
Spindelantriebs) Batterien
11 SubC NiMH 3000Ah (13.2V) Motor
5 SubC NiMH 3000Ah (6V) Servos
5 SubC NiMH 3000Ah (6V) Controller
1 iPAQ LiIon-Batterie Antriebsart
2 Rad
Differentialantrieb (mit 2 bremsbaren Allseitenrädern als Stützrad)
1
Spindelantrieb Aktoren
2 DC-Motoren 6W, 84:1 Planetengetriebe, Encoder (Differentialantrieb)
1 DC-Motor 11W,
4.8:1 Planetengetriebe, Encoder (Spindelantrieb)
1 Servo (Allseitenrad-Bremse)
1 Servo (Stütze)
1 Servo (Sensor-Neigekopf) Baumaterial Fischertechnik-Teile (Führung und Spindel), Aluminium- und Kunststoffprofile und Sperrholz Abmessungen
Abhängig von der Spindelposition und Stellung
des Sensorkopfes
L x B x H: (Maße über alles)
kurz: 30cm x 37cm x
60cm
lang: 63cm x 37cm x
27cm Masse
ca. 6 kg mit Batterien
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| G. Wendel, Dezember 2004 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||